Jeder weiß, dass es im Alter nicht mehr so leicht ist, Dinge zu machen, welche eigentlich ganz normal sind. Aus diesem Grund wird in Wohnanlagen mit Betreutem Wohnen sehr viel Wert auf die Betreuung der älteren Menschen gelegt. Den Rest des Beitrags lesen »
Tipps gegen die Isolation
Dass ein Angehöriger sozial isoliert ist, wird ohnehin nicht leicht erkannt, aber es ist noch schwieriger diesen Zustand zu überwinden. Besonders problematisch wird es, wenn die Familie eines älteren Menschen nicht in unmittelbarer Nähe lebt und der Senior vielleicht auch hilfsbedürftig ist.
Wenn sich ein Mensch dann erst einmal „eingeigelt“ hat, ist viel Geduld gefragt, um der Person zu helfen langsam aus der Isolation zu finden. Doch so weit muss man es nicht kommen lassen. Es gibt so genannte Seniorenbetreuer oder auch Seniorenbegleiter. Diese ermutigen die ältere Person „nach draußen“ zu gehen und begleiten sie auch gerne. Ob es nun ein Volkshochschulkurs, eine Singgruppe, ein Koch- oder Tanzkurs ist oder organisierte Theaterbesuche oder Ausflüge sind, es ist wichtig, dass ältere Menschen weiterhin zu aktiven Gestaltung des eigenen Lebens ermuntert werden. Auch Seniorentreffs bieten eine gute Möglichkeit für Senioren sich untereinander auszutauschen, denn das hält zugleich geistig fit. Auch Computerkurse und Internetchats helfen die geistige Vitalität zu fördern. Auch viele Schwimmbäder haben Ihr Angebot mittlerweile der älter werdenden Gesellschaft angepasst und bieten zum Beispiel Wassergymnastik an. Einige Universitäten bieten mittlerweile ein so genanntes Seniorenstudium an. Interessenten können zum Beispiel als Gasthörer Vorlesungen besuchen. Laut der Augsburger Universität sind etwa die Hälfte der älteren Studierenden gasthörende Senioren. Insbesondere Vorträge mit Gesprächsrunden zu Themen wie Testament, Wohnen im Alter oder Themen der Pflegeversicherung finden ebenso Interesse bei vielen älteren Menschen.
Isolation lässt sich oftmals nur durch eine sehr behutsame Unterstützung überwinden und erfordert viel Geduld, jedoch gibt es heutzutage viele Möglichkeiten um den Zustand der Einsamkeit zu überwinden.
Verhaltenstipps für Seniorenbetreuer
In erster Linie steht natürlich das Wohl der zu betreuenden Person im Vordergrund. Nur wie sollte man mit dem Senioren umgehen, um all seinen Bedürfnissen gerecht zu werden? Ein respektvoller Umgang miteinander ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich die zu betreuende Person und somit auch der Betreuer wohl fühlen.
Zunächst sollte sich der Pfleger in die Situation des zu Betreuenden hinein versetzen. Je nach gesundheitlichem Zustand des Senioren, sollte sich auch der Betreuer einmal im Vorfeld füttern oder führen lassen, um am eigenen Leib zu spüren, wie es dem Hilfebedürftigen in einer solchen Situation geht. Mit dieser Erfahrung ist es wesentlich einfach respektvoll mit dem Senioren umzugehen.
Hinzu kommt, dass ältere Menschen feste Strukturen haben und auch benötigen. Dazu gehört ein fester Tagesablauf, aber auch feste Plätze, an die zum Beispiel die Lebensmittel nach dem Einkaufen gelegt werden. An diese Strukturen sollte sich der Pfleger weitestgehend halten und unumgängliche Änderungen unbedingt im Vorfeld mit dem Senioren absprechen. Insgesamt sollte der Seniorenbetreuer über viel Einfühlungsvermögen und Geduld verfügen und bereit sein auf die Vorlieben und Abneigungen des Seniors einzugehen. Probleme sollten offen und ehrlich besprochen werden, denn nur so kann ein harmonischer Umgang miteinander gewährleistet werden.
Betreutes Wohnen
Unter dem Begriff betreutes Wohnen werden Wohnformen verstanden, in denen alte Menschen, psychisch Kranke, Behinderte oder Jugendliche von Sozialarbeitern bzw. Psychologen, Erziehern, Therapeuten oder Pflegekräften betreut werden. Die Betreuung soll den individuellen Betreuungsbedarf eines jeden Bewohners unter Beibehaltung größtmöglicher Autonomie gewährleisten. So gibt es ältere Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst, der eigenen Familie und/oder einem Seniorenbetreuer erhalten. In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn die zu betreuende Person an ihre regelmäßige Pflichten erinnert wird oder eine Hilfestellung für alltägliche Erledigungen bekommt.
Eine andere Form des betreuten Wohnens ist die Unterbringung in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. So gibt es etwa die Rund-um-die-Uhr-Betreuung oder eine Betreuung, die nur tagsüber bzw. zu bestimmten Uhrzeiten stattfindet.
Gerade in therapeutischen Wohngemeinschaften müssen sich die Betreuungspersonen oftmals um sehr viele Details im täglichen Leben kümmern, etwa um die lebenspraktischen Dinge wie Körperhygiene, Sauberkeit der Wohnräume, Umgang mit Geld und auch Einkäufe. Wie immer entscheidet der individuelle Bedarf des jeweiligen Bewohners.
Ziel dieser Art von Unterbringung ist es, den Betroffenen so viel Autonomie wie möglich zu erhlaten. Sie sollen lediglich gefördert werden, ihr Leben selbstständig zu gestalten bzw. soll eine Unterbringung in einem Alten- oder Pflegeheim vermieden werden bzw. so weit wie möglich hinausgeschoben werden.
Seniorenheim vs Pflegeheim
Ein Seniorenheim ist eine Wohneinrichtung für ältere Menschen. Gemeint ist damit eine Einrichtung zur Betreuung, Unterbringung und Pflege alter Menschen. In einem Altenheim werden heutzutage immer häufiger pflegebedürftige Menschen aufgenommen. Die ursprüngliche Idee, dass ein Seniorenheim vor allem als Zuhause von älteren Menschen gedacht ist, tritt damit in den Hintergrund und die Pflege spielt eine bedeutendere Rolle. Eine solche Einrichtung, im Volksmund auch Altersheim genannt, ist leider oftmals mit negativen Gedanken wie „verwirrte alte Menschen“ oder „Abgeschoben werden“ behaftet. Auch viele Senioren wehren sich vehement gegen den Umzug in ein solches Heim. Dabei bietet ein Altenheim in erster Linie ein Zuhause für diejenigen Menschen, die nicht mehr allein wohnen wollen oder nicht mehr allein wohnen können. Ein Pflegeheim dagegen ist eine Einrichtung, in der alte Menschen, schwer chronisch kranke Menschen und/oder geistig und körperlich schwerstbehinderten Menschen leben. Ein Pflegeheim zeichnet sich also dadurch aus, dass in ihm pflegebedürftige Personen wohnen.
Das Merkmal Pflege bzw. Pflegebedürftigkeit der Bewohner grenzt das Pflegeheim von einem Altenheim oder Seniorenheimen ab. Oft gibt es jedoch keine strikte Trennung zwischen Pflegeheim und Altenheim, denn in vielen Pflegeheimen leben auch jüngere behinderte oder kranke Menschen.
Teilzeit Betreuung im eigenen Haushalt
Auch eine stundenweise Betreuung (Teilzeitbetreuung), bei der der Betreuer gegebenenfalls mehrmals täglich zur vorher vereinbarten Zeit die Betreuung übernimmt, kann in Anspruch genommen werden. Meistens geht es bei dieser Art der Betreuung darum, mit helfender Hand den Senioren in seinem Alltagsleben zu unterstützen. Viele ältere Personen werden von Familienmitgliedern und Freunden unterstützt. Kommt es jedoch urlaubs- oder krankheitsbedingt zu zeitlichen Engpässen, steht die Seniorenbetreuung auch für diese Phasen zur Verfügung. Ein Vorteil hierbei ist, dass der hilfsbedürftige Mensch nicht vorübergehend in einem Heim untergebracht werden muss und somit in seiner alltäglichen Umgebung bleiben kann.
Vollzeit-Betreuung im eigenen Haushalt
Es gibt die verschiedensten Arten der Seniorenbetreuung. Wichtig ist jedoch immer, dass die zu betreuende Person und deren Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Bei einer 24- Stunden-Betreuung lebt ein (meist ausgebildeter) Betreuer für einen bestimmten Zeitraum mit im Haushalt der Personen, die Hilfe benötigt. Diese Betreuungsform wird meist von Alten-, Krankenpflegern oder Krankenschwestern durchgeführt, da eine Vollzeitbetreuung eine gewisse Qualifikation voraussetzt – insbesondere, wenn die zu betreuende Person pflegebedürftig ist. Rund um die Uhr sollte der Hilfebedürftige einen kompetenten Ansprechpartner haben. Zwar werden deshalb bei dieser Betreuungsform mehrere Betreuer benötigt, dies bleibt aber auf einen kleinen Personenkreis beschränkt. Diese Art der Betreuung wird meist bei Senioren, die dauerhaft stark in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind (z.B. nach einem Schlaganfall, …) und deshalb einen größeren allgemeinen Betreuungsbedarf haben. Auch die Krankenbeobachtung und die pflegerischen Tätigkeiten werden übernommen.
Was tut ein Seniorenbetreuer?
Was tut ein Seniorenbetreuer?
Bei der Seniorenbetreuung liegt das Hauptaugenmerk darin, die zu betreuende Person in ihrem Alltagsleben zu unterstützen. Hierzu gehört die Begleitung zu Außerhaus-Terminen (z.B. Arztbesuche, Behördengänge, Besorgungen, Gottesdienste, etc), Hilfe bei der Korrespondenz und der Hausarbeit (Putzen, Spülen, Betten machen, Wäsche waschen und bügeln, Kochen, usw. ) sowie eine gemeinsame Freizeitgestaltung (Musizieren, Spazieren gehen, Ausflüge, Gesellschaftsspiele, usw. ). Auch eine Unterstützung bei der Körperpflege (Zahnpflege, Frisieren, Maniküre und Pediküre, etc) und Hilfe bei einigen grundlegenden Dinge wie die Begleitung zur Toilette, Unterstützung beim An- und Auskleiden, Essen, Gehen, Aufsehen, etc kann zu den Aufgaben des Betreuers zählen. Ein wichtiger Aspekt der Betreuung sollte vor allem Gesellschaft sein, die dem Senioren geleistet wird, denn viele ältere Menschen leiden mehr und mehr unter Vereinsamung. Die einzelnen Aufgaben sollten jedoch immer vorab jedoch eindeutig geklärt werden.
Golden Girls gegen die Einsamkeit
Jeder kennt die vier alleinstehenden und rüstigen Damen aus der berühmten Fernsehserie „Golden Girls“, die in einer WG zusammen leben, um nicht alleine wohnen zu müssen. Vielen älteren Menschen geht es ähnlich. Die zunehmende Vereinsamung älterer Leute wird mehr und mehr zum Problem. Deshalb gibt es immer mehr Senioren-Wohngemeinschaften. In der Regel hat eine Senioren WG nur bedingt Ähnlichkeit mit den klassischen WG’s, die man aus der Studienzeit der Kinder kennt. Es gibt jedoch auch die klassische WG-Form, bei der jeder Mitbewohner sein eigenes Zimmer hat, jedoch Bad, Küche und Wohnzimmer gemeinsam genutzt werden. Häufiger kommt es vor, dass mehrere Senioren in einem komfortablen Haus untergebracht sind. Jeder Mieter hat seine eigene Wohnung, doch es gibt auch einen gemeinsamen Gemeinschaftsraum. Hier können sich die Hausbewohner zu gemeinsamen Unternehmungen verabreden, sich austauschen, etwas spielen oder einfach gemeinsam die „Golden Girls“ im Fernsehen anzusehen.
Die neue Mitte
Alle reden darüber, dass die Senioren nun allmählich die neue Mitte werden sollen. Da frag ich mich doch, wer dann am Rand steht?